Ich werde Mitarbeiter/in bei der Erzbergbahn

Arbeiten auf der Strecke, wie schaut so ein Arbeitstag aus.
Der Arbeitsbeginn ist meist so um 09:00 Uhr im Heizhaus. Ein Schienenbus oder eine Draisine wird startbereit gemacht. Werkzeuge, Getränke und Jause werden verladen und los geht die Fahrt auf den Berg. Wenn notwendig, wird auch der Güterwagen mit dem Kran mitgenommen. Es werden dann je nach Notwendigkeit in das Profil hineinragende Sträucher geschnitten, Stützmauern von Bewuchs befreit, Wassergräben und Durchlässe gereinigt, lockere Gleisbefestigungsschrauben nachgezogen oder ausgewechselt und vieles mehr. Die alten Hasen wissen da Bescheid und zeigen Ihnen, wie das alles geht. Es ist auf alle Fälle ein Tag mit viel Bewegung in frischer Luft. Nach getaner Arbeit sitzen wir meist noch gemütlich zusammen bei einem Glas Bier, einem Kracherl oder Kaffee.

Werkstattarbeiten
Unsere Triebwagen sind für ihr Alter in recht gutem Zustand. Trotzdem müssen sie gepflegt und gewartet werden. Entsprechende Hilfsmittel, zB ein 3-Tonnen-Hallenkran, eine Absenkvorrichtung etc. sind in der Heizhauswerkstätte vorhanden. Schraubenschlüssel gibt es bis Schlüsselweite 80. Wir sind also auch für große Arbeiten gut gerüstet. Es ist möglich, Motoren, Getriebe, Kupplungen etc. zu reparieren und auszutauschen. Reservemotoren, Getriebe und viele andere Komponenten haben wir auf Lager. Für ganz spezifische Arbeiten holen wir uns auch Fachkräfte von außen. Wir sind gerade dabei, der originalen 100-PS-Erzbergbahndraisine, die mit einer Schienenbremse ausgerüstet ist, wieder Leben einzuhauchen. Etliche Baugruppen sind bereits einbaufertig. Die Außenhaut wurde bereits entrostet und mit einem Rostschutzlack versehen. Die Lackierung des Innenraumes steht noch aus. Die definitive Außenlackierung erfolgt aber erst, wenn alle Einbauten erledigt sind. Auch im Winter wird in der Werkstätte an manchen Tagen gearbeitet. Allerdings nicht in der Wagenhalle, da ist es meist zu kalt. Die Motorenwerkstatt ist beheizbar. Das Holz für die Heizung kommt von der Strecke, da fällt immer genug an.
Natürlich gibt es für diese Arbeiten Handschuhe, Monturen oder Helme. Es lässt sich jedoch nicht vermeiden, dass man manchmal ölverschmiert aus der Arbeitsgrube steigt.
Auch in der Werkstatt würden wir uns freuen, wenn mehr weibliche Kräfte zu unserem Werkstattteam stoßen würden. Gerade Frauen haben Geduld und Feingefühl für knifflige Arbeiten. Für warmes Essen in der Werkstatt sorgt unser meisterlicher Koch Horst Knopp.

Unsere Fahrgäste werden im Zug von einem Schaffner, bei der Erzbergbahn ist das der Fahrtleiter und vom Lokführer betreut. Mindestens eine Stunde vor einer Plan- oder Sonderfahrt sollten diese Mitarbeiter in der Remise sein. Auf der Wagenverfügbarkeitstafel kann entnommen werden, welcher Wagen von der Werkstatt für diese Fahrt vorgesehen ist. Lokführer und Schaffner bilden das Zugteam. Die Zwei rüsten den Wagen auf, wie das im Eisenbahnjargon heißt. Gemeint ist damit, den Triebwagen betriebsbereit zu machen. In einen Triebwagen kann man nicht wie in ein Auto einsteigen und losfahren, denn da gibt es einiges zu tun.

Was hat der Triebfahrzeugführer alles zu tun bevor er losfährt, dabei wird er vom Fahrtleiter unterstützt.

  • Handbremse angezogen ?
  • Kühlwasserkontrolle 
  • Ölstände in Ordnung ?
  • Genug Treibstoff ?
  • Fremddruckluftversorgung an gelben Schlauch kuppeln
  • Batteriehauptschalter einschalten
  • Führerstandabschalter einschalten
  • Starten der Kühlwasservorheizgeräte (Webasto), Wenn die Kühlwassertemperatur ca. 40 °C ist, können die Motoren gestartet werden
  • Starten Anlage 1, Motor wählen, Vorglühen, bei gedrückter Überwachungstaste Motor starten
  • Starten Anlage 2 Motor wählen, Vorglühen, bei gedrückter Überwachungstaste Motor starten
  • Gangwahlschalter auf unteren Rotpunkt stellen 
  • Druckluft ausreichend für Bremse ?
  • Magnetbremse eingeschaltet ?
  • Zugspitzensignal einschalten ?
  • Bremsprobe
  • Probe SiFa
  • Kontrolle ob das Gleis frei? Liegt vielleicht noch ein Schraubenschlüssel oder ein Kabel am Gleis?
  • Drehscheibe stellen
  • Gang mit Gangwahlschalter einlegen
  • Mit dem Fahrschalter Füllversteller aufregeln

             Abfahrt!

Der Triebfahrzeugführer sollte die Technik des Wagens sehr gut kennen. Das nötige technische Wissen wird Ihnen in der Werkstatt im Rahmen der Reparaturen und Instandhaltungsarbeiten vermittelt. Erst danach kann mit der Fahrausbildung begonnen werden. Lehrlokführer, das sind Triebfahrzeugführer mit langjähriger Erfahrung, machen mit Ihnen Übungsfahrten. Das Befahren einer Steilstrecke von über 70 Promille ist verantwortungsvoll. Die Prüfung ist vor einem externen Eisenbahnsachverständigen abzulegen.

Was hat der Fahrtleiter / Schaffner alles zu tun? Der Fahrtleiter bzw. Schaffner rüstet gemeinsam mit dem Triebfahrzeugführer der Wagen auf. 

  • Eintrag der Fahrt in die Streckentafel im Fahrtleiterraum
  • Nimmt die Schlüssel Bahnhof Vordernberg Markt, Stellwerk Präbichl, Bahnhof Erzberg mit und retourniert diese wieder nach der Fahrt in den Schlüsselkasten
  • Drehscheibe stellen
  • Weichen stellen
  • Informiert Fahrgäste über Streckennetz und die Geschichte der Erzbergbahn
  • Verkauft Fahrkarten
  • Gibt das Signal "Türen schließen" an den Lokführer
  • Gibt das Abfahrtssignal an den Lokführer

Der Fahrtleiter muss in der Lage sein den Triebwagen im Gefahrenfall sicher zum Stillstand zu bringen. Ausbildung und Prüfung erfolgt durch einen internen Prüfer.

Wenn sie glauben, dass ihnen das Spaß machen könnte melden sie sich zum Fahrdienst.


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