Das Werkstättenteam hat im Winter 2017/2018 keineswegs geschlafen, ganz im Gegenteil!

Der Werkstattleiter Hartmut Glettler berichtet, April 2018

Voraussetzung,  dass auch die Schlosserei beheizt und damit auch im Winter gearbeitet werden konnte, war der Einbau einer Trennwand aus einer Plastikhaut zwischen Schlosserei und der Fahrzeughalle, die mittels Kurbel geöffnet und geschlossen werden kann. Die Bandsäge, ein wichtiges Arbeitsmittel, wurde instand gesetzt und ist bereits im Einsatz.

An den Triebwagen konnte aufgrund der Temperaturen in der Fahrzeughalle nur wenig getan  werden. Immerhin wurde durch die untere Abdichtung der Ausfahrtstore mit neuen Gummilaschen bewirkt, dass es in der Halle nicht mehr ganz so kalt wurde. Alle Batterien konnten soweit geladen werden, dass sie die lange Zeit des winterlichen Stillstandes überstanden. Weiters wurden alle Sandrohre ausgerichtet und mit neuen Endschläuchen versehen.  Durchgerostete Sandkästen wurden geschweißt.

Abgenutzte Bremsschuhe der Magnet-schienenbremsen wurden wieder auf-geschweißt und aufgebaut. Die WC Spülwassertanks wurden so umgebaut, dass mit dem Spülwasser auch das Kühlwasser ergänzt werden kann.

Triebwagenersatzteile: Es gibt einiges an aufgearbeiteten Ersatzteilen: Ein Reservegetriebe steht vor der Fertigstellung, drei Webasto Heizgeräte, ein Luftpresser, eine Einspritzpumpe, mehrere Türsteuerventile, Leitungsdruckregler, Zylinderköpfe, Öl- und Dieselfilter, Behrregler, Kühlwasserthermostate, Füllversteller und vieles mehr liegen aufgearbeitet auf Lager. Ein Ersatzmotor am Prüfstand muss noch seinen Probelauf absolvieren. Für die meisten Störfälle haben wir also genügend Ersatzteile.

 

Für die Lagerung von Ölen und Schmiermitteln in der Remise wurde ein Ölregal mit Tropftasse gebaut und aufgestellt. Sieht wirklich ordentlich aus.

 

Bei den zwei mobilen Tankstellen sind die Kunststofftanks durch größere Metalltanks ersetzt worden.


Die Draisine X626 102

An der originalen Erzbergbahndraisine mit Schienenbremse wurde intensiv gearbeitet.

Ein aufgearbeitetes Armaturenbrett wurde eingebaut und angeschlossen. Die Öl- und Kühlwassersensoren mussten erneuert werden. Die Motorabdeckung musste aufwendig angepasst werden. Der doppelte Batteriesatz bekam eine neue Halterung und einen neuen Batteriehauptschalter. Dazu musste die Verkabelung erneuert werden. Die MG ist in Funktion. Weil der alte französische Motor defekt war, wurde dieser durch einen Steyr Diesel Motor ersetzt.

Beim Motor passten die Auf-hängungen nicht mehr. Der Auspuff mit allen Flanschen musste ebenfalls angepasst werden.
Der kürzlich durchgeführte Probelauf war erfolgreich, alles war in Ordnung. Nur an der Webasto wird noch gearbeitet.

Im nächsten Schritt kommen die Innenausstattung mit der Verkleidung und die bereits aufgearbeiteten Sitzbänken an die Reihe.
Es besteht also die berechtigte Hoffnung auf eine Jungfernfahrt im Juli 2018!

Die Draisine X626 126, das ist unser Arbeitstier für die Strecke, hat ebenfalls ein aufgearbeitetes Armaturenbrett bekommen. Das leidige Problem dass die Scheinwerfer einmal leuchten und dann wieder nicht, wurde damit behoben.

Die vielen kleinen Nebenarbeiten sind hier nicht angeführt, sonst würde der Bericht zu lange.

Es ist immer wieder spannend zu sehen dass mit Geschick und gutem Willen fast alles "reparierbar" ist. Und es macht auch Spaß mit gleichgesinnten Eisenbahnfreunden nach erfolgreicher Arbeit die Probefahrt zu machen.
Vielleicht macht es dem Einen oder Anderen Mitglied Freude in unserem Team mitzuarbeiten.
Aus der Sicht des Werkstattteams, sind wir für die Saison 2018 gerüstet.

Glück Auf
Hartmut Glettler